Selbstständig im Homeoffice – Steuertipps

Sie möchten sich mit einer Franchise Idee im Homeoffice selbstständig machen oder sind bereits seit kurzem Existenzgründer:in im Homeoffice? Dann interessiert es Sie sicherlich, dass Sie auch als Selbstständige:r im Homeoffice mit ein paar Tricks Steuern sparen können. Wie das geht, verraten wir Ihnen hier.

1. Das Arbeitszimmer

Damit das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden steuerlich absetzbar ist, muss es sich dabei um ein separates Zimmer in der Wohnung oder im Haus handeln. Eine Schreibtischecke im Wohnzimmer reicht dem Finanzamt hierfür leider nicht aus. Zudem muss dieses Zimmer zu mindestens 90% beruflich genutzt werden. Eine separate „Abstellkammer“ oder ein offensichtlich als Gästezimmer genutzter Raum mit einem kleinen Schreibtisch gilt demnach nicht als Arbeitszimmer und ist nicht absetzbar. Eine weitere Bedingung ist, dass neben dem Arbeitszimmer noch genügend Wohnraum besteht. Bei einem 1,5 Zimmer Apartment ist es sehr unrealistisch, dass ein ganzer Raum fast ausschließlich als Arbeitszimmer genutzt wird. Sind jedoch alle Bedingungen erfüllt und Sie arbeiten zu 100% von zuhause aus, kann das Büro vollständig abgesetzt werden.

Aber es geht noch weiter. Falls Ihr Arbeitszimmer zu Ihrem Eigentum gehört, können Sie sogar noch mehr geltend machen. Anteilig nach Fläche können Sie so z.B. Kreditzinsen, Reparaturkosten, Müllabfuhr, Hausversicherungen, Instandhaltungskosten sowie Heizung, Strom und Wasser oder Gebäudeabschreibungen von der Steuer absetzen.

Sie haben in ihrer Wohnung weder Platz für ein Büro noch für eine Schreibtischecke? Dann mieten Sie sich doch in einem Co-Working-Space ein. Die Miete ist ebenfalls absetzbar.

2. Büromöbel & Büromaterial

Büromöbel können, egal ob Arbeitszimmer oder -ecke, immer von der Steuer abgesetzt werden, sofern sie zu 90% für berufliche Zwecke genutzt werden. Anschaffungen wie ein Schreibtisch, ein Bürostuhl oder ein Bücherregal gehören zu den Arbeitsmitteln und können in der Steuererklärung unter Betriebsausgaben angegeben werden. Zu beachten sind allerdings die Abschreibungsregelungen.

Noch einfacher verhält es sich beim Büromaterial. Dieses kann direkt von der Steuer abgesetzt werden. Zum Büromaterial gehört z. B. Druckerpapier, Briefumschläge und -marken, Notizblöcke, Stifte, Klebezettel, Locher, Stempel etc. Nicht vergessen: Belege aufbewahren!

3. Computer, Drucker & Software

Sie benötigen einen neuen Computer oder Drucker? Sie nutzen Buchhaltungssoftware oder andere berufsspezifische Software? Dann können Sie diese ebenso ohne Probleme steuerlich geltend machen. Jedoch gilt auch hier wieder die 90%-Regelung, um etwas vollständig von der Steuer absetzen zu können.

4. Internet & Telefon

Die Kosten für Internet- und Telefonanschluss können zwar von der Steuer abgesetzt werden, da das Finanzamt jedoch davon ausgeht, dass diese auch privat genutzt werden, kann hier nur der tatsächlich anfallende Anteil fürs Geschäft steuerlich geltend gemacht werden.

5. Fachliteratur & Weiterbildung

Sofern es sich bei Büchern und Zeitschriften um Ihren Job dreht und Seminare oder Online-Kurse Sie beruflich weiterbilden, können Sie die Kosten hierfür ebenfalls absetzen. Diese sind in der Steuererklärung unter Fortbildungskosten anzugeben.

6. Homeoffice Pauschale

Zu guter Letzt führen wir als Steuertipp noch die Homeoffice Pauschale auf, welche während der Corona-Pandemie eingeführt wurde. Da oftmals die Rede von der „Homeoffice Pauschale für Arbeitnehmer“ war, sind sich viele nicht bewusst, dass diese für alle Steuerzahler zum Tragen kommt und somit auch für Selbstständige. Selbstständige, die 2020 und 2021 von zuhause aus gearbeitet haben, können ebenfalls für jeden Arbeitstag 5€ geltend machen, allerdings nur bis maximal 600€ im Jahr.

Wenn Sie diese Steuertipps für Selbstständige im Homeoffice befolgen, können Sie sich einiges an Steuern sparen und bekommen am Ende womöglich noch etwas Geld vom Finanzamt zurück.


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